Im Mai 1949 endete die Berlin-Blockade. Dank ungeheurer Anstrengungen der Westalliierten war es gelungen, 2,2 Millionen Menschen fast ein Jahr lang aus der Luft zu versorgen. Die Besatzungsmacht rettete die Bevölkerung in der Hauptstadt des Landes, das den 2. Weltkrieg begonnen hatte. Mehr noch: Die Piloten schickten den Kindern kleine Falschirme mit Süßigkeiten. Die Berliner*innen tauften die Flugzeuge deshalb liebevoll Rosinenbomber. Damit wurde die Luftbrücke zu einem Symbol der Mitmenschlichkeit – und der politischen Transformation. Kein Wunder, dass der Tempelhofer Flughafen vor allem für die ältere Generation ein emotionaler Ort ist.

Die offiziellen Feiern werden mal wieder berlin-typisch ablaufen: Großer Rummel mit Currywurst-Ständen. Der Blick geht in die Vergangenheit, viel Aufwand wird getrieben, um zum Jubiläum möglichst viele Rosinenbomber „zum Anfassen“ in Deutschland zu haben.

Was hingegen auf politischer Ebene nicht thematisiert wird ist die Zukunft des Ortes, an dem vor 70 Jahren etwas stattfand, was wenige Jahre zuvor unvorstellbar schien: Ein zentraler Ort der NS-Dikatur wurde für einen Teil der deutschen Bevölkerung zum zentralen Ort ihrer Rettung durch die ehemaligen Feinde. Sie erlebten: Rosinen statt Rache.

Wie lässt sich das Symbol der Luftbrücke in die Zukunft verlängern? thf.vision setzt sich dafür ein, dass im Tempelhofer Flughafen etwas entwickelt wird, was die Welt heute und morgen dringend braucht: Antworten auf die Frage, wie wir als Menschheit so leben können, dass es auch künftigen Generationen und Menschen anderswo auf der Erde es gut haben können. Aus unserer Sicht ist das eine Fragestellung, die diesem Ort angemessen ist. Die Antworten können nur vielfältige Menschen gemeinsam finden. Deshalb sollte der Senat die Pläne des Gesamtgebäudes mit seinen über 7000 Räumen ins Netz stellen und die Türen öffnen, damit viele Menschen hier gemeinsam als Kollektivintelligenz Ideen, Vorschläge und Lösungen entwickeln können.


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