Die Erkundungsgänge unseres Jugendpartizipationsprojektes haben schon mehrmals ergeben, dass Mobilität und Verkehr rund ums Flughafengebäude ein wichtiges Thema sind: Wie soll die zukunftsfähige Mobilität hier aussehen? Und welche Umweltbedingungen herrschen aktuell – gibt es da Handlungsbedarf?

Mit Hilfe eines Messgeräts für Stickstoffdioxid (NO2), das wir vom Verkehrsclub Deutschland (VCD) bekamen, haben wir die Luftqualität nachgemessen. Beim Jugend-Aktivtag Ende Mai brachten wir zwei NO2-Passivsammler am Straßenrand an, einen in 2,5 Metern Höhe beim Torhaus, einen in Nasenhöhe am Tempelhofer Damm (Hausnummer 54). Einen Monat lang wurde das Stickstoffdioxid aus dem Straßenverkehr gespeichert, dann schickten wir die Messröhrchen zur Analyse ein.

Das Ergebnis liegt nun vor:
mit einer entspannten NO2-Situation (18,9 μg/m³) am Columbiadamm,
aber einer dauerhaften Grenzwertüberschreitung am Tempelhofer Damm (40,6 μg/m³).

Das letztere Ergebnis ist bemerkenswert, weil NO2-Messwerte im Sommerhalbjahr in der Regel deutlich niedriger sind als im Winterhalbjahr – wenn der Grenzwert also schon im Juni-Durchschnitt überschritten wird, muss für 2019 auf ganzjährige Überschreitungen geschlossen werden, mit massiven Überschreitungen im Herbst und Winter. Dieses Ergebnis bestätigt auch frühere Messungen der Deutschen Umwelthilfe vom Oktober 2018, als Werte von 49 μg NO2/m³ am Tempelhofer Damm festgestellt wurden.

Handeln ist angesagt: weg vom Auto bei der Verkehrsplanung für das Flughafengebäude, ist fast zwangsläufig die Konsequenz. Dafür gibt es zahlreiche konkrete Möglichkeiten, auch kurzfristig. Den Jugendlichen in unserem Projekt ist da schon einiges eingefallen. (Hier sind ihre bisherigen Vorschläge.)

Übrigens: ab sofort bieten wir Schulen, Jugendgruppen etc an, gemeinsame NO2-Messungen auch in ihrer Nachbarschaft durchzuführen.

Kontakt: heike.aghte(at)thf.vision


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