Die SPD favorisiert die Nutzung des Flughafengebäudes als Verwaltungsgebäude. Wir vermuten, das geschieht, weil man an einen schnellen Einzug glaubt und hofft, dass damit keine Neubauten für die Berliner Verwaltungen notwendig werden.
Geht die Rechnung aber auf? Wir haben in unserem Fotoarchiv nachgesehen und, ehrlich gesagt, unsere Zweifel: Sehen so Verwaltungsräume aus? Und ist das der Zustand, in dem Verwaltungsräume sein sollten?

Mit unserer Fotogalerie kann man sich selber ein Bild machen. Woher die Fotos stammen, obwohl das Gebäude bekanntlich nur schwer zugänglich ist: Auf einigen Führungen bekamen wir im Laufe der Zeit unterschiedliche Räume in verschiedenen Gebäudeteilen zu Gesicht, und natürlich war die Kamera dann dabei.
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Gebäude C, Ehrenhalle


Noch immer ein Rohbau, mit provisorischen Holzgeländern. An der Fensterfront ragen die Betonverstärker aus der Wand.

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Gebäude F2, Raum neben der Zollgarage (mit Sanitärbereich)


Auf den ersten Blick geeignet. Hier herrschen allerdings konstant mindestens 30 Grad Celsius, weil unter dem Raum die Wasserheizung einen Verzweigungspunkt hat. Eine Expertin für Ernährung, die in der Besuchergruppe war, fand spontan, das sei ein perfekter Raum für Dörrobst.

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Gebäude G2


Der Eingang von Süden aus (Nähe Haupthalle). Ästhetisch diskussionswürdig und unter Denkmalschutz, wie das gesamte Gebäude. Ohne Tageslicht.
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Hangar 1 und Nebenräume


Der gesamte Hangar wird aktuell für Sportangebote genutzt, woraus Konflikte mit ruhigeren Tätigkeiten in angrenzenden Räumen entstehen könnten. Hier treffen Menschen aus allen Ländern zusammen und spielen. Ein Begegnungsort par excellence, und der einzige Ort in Berlin, wo man auch Rollstuhl-Basketball ohne lange vorherige Reservierungen organisieren kann.

20 Sport-Rollstühle sind ständig vorrätig.


Ausgang nach Süden

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Nebenraum 1, ohne Tageslicht, Fenster zum Hangar


Nebenraum 2: Die Fenster gehen direkt in den Hangar. Keine akustische Trennung zum Sport- und Spielgeschehen des Hangars. (Öffnungszeiten: 10  bis 22 Uhr, Mo – So.)

Der Hangar 1 mit seinen langen Öffnungszeiten bietet übrigens gute Möglichkeiten, einfach mal in das Flughafengebäude hineinzuschnuppern.
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Hangar 5


So wie hier in Hangar 5 ist das halbrunde Hauptgebäude direkt an bzw in die Hangars gebaut. Sämtliche Räume im inneren Gebäudebogen gehen folglich in die Hangars und haben folglich kein Tageslicht und keine akustische Abschottung.


Ein Nebenraum von Hangar 5 am „Tag der Offenen Tür“ 2018

Gebäude K2, ebenerdiger Raum


Der Raum ist mit Autos, Fahrrad etc direkt zu erreichen. Aber er hat keine Fenster.
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Gebäude P

Der Gebäudeteil P hat etliche Räume. Doch das gesamte Gebäude ist mit Erde und einer Wiese bedeckt, weshalb die überwiegende Zahl der Räume keine Fenster bzw kein Tageslicht aufweist.


Flur im Gebäude P



Sanitärbereich im Gebäudeteil P


Raum an der Südseite (mit Fenstern). Direkt gegenüber ist das Hauptgebäude zu sehen.
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Wo genau wurden die Fotos gemacht?

Auf der Karte unten kann sehen, wo die Fotos entstanden sind. Das blaue Band auf der Grafik zieht sich entlang des 1,2 km langen Halbrunds und symbolisiert, dass dort die Hälfte der Räume – eben diejenigen, die nach innen liegen – aus Arbeitsschutz-Gründen nicht benutzbar sind, denn sie haben kein Tageslicht.
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Nicht vergessen werden sollte schließlich: Alle Räume, wie auch das gesamte Gebäude, stehen unter Denkmalschutz.

Bildnachweise
Erstes Foto zu Raum F2 sowie beide Fotos zu Raum K2: Ralf Schulten,
Kartenbasis: Tempelhof Projekt GmbH,
alle weiteren Fotos: THF.VISION.



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