Der riesige, denkmalgeschützte THF-Gebäudekomplex muss dringend saniert werden. Das wird teuer und dauert lange, weshalb die Politik das Thema nur zögerlich anpackt.
Wir schlagen deshalb vor, so rasch wie möglich einen Handwerkerhof am Flughafengebäude einzurichten. Der könnte zur Initialzündung für eine praxisgerechte Ausbildung im Bereich des kreislaufgerechten Bauens und am denkmalgeschützten Objekt auch eine Art „Dombauhütte“ für die direkte Anwendung am lebendigen Denkmal werden.
Ein Blick voraus
Angenommen, im Jahr 2030 hätte also das Handwerk mitten in der Stadt einen herausragenden Platz
bekommen. Verschiedenste Gewerke hätten sich – gut aufeinander abgestimmt – hier angesiedelt und man könnte nun erleben, wie Ideen einer nachhaltigen Baukultur für Bestandsgebäude konkret entwickelt und umgesetzt und manches auch experimentell erprobt werden kann. Eine riesige Chance für nachhaltiges Lernen, Ausbilden und Arbeiten, nach den Prinzipien „Ressourceneffizienz“, sowie „kreislaufgerechtes Bauen und Wirtschaften“.
Wer am Flughafengebäude vorbeiläuft, kann links und rechts der abgesenkten schmalen Straße entlang des Halbrunds und in zwei Innenhöfen die Werkstätten des „THF-Handwerkerhofs“ entdecken, dazwischen immer wieder Ateliers und Kunstwerkstätten. Die Kunstszene vor Ort profitiert von dieser Nähe zu den Handwerksbetrieben und dem schnellen Austausch von Tipps sowie Hilfe bei der Umsetzung von Kunstprojekten.
Und ein Blick zurück
Erste Ideen für einen THF-Handwerkerhof als Ausbildungs- und Praktikumsangebot haben wir schon 2018 entwickelt, darunter innovative Spezialisierungsmöglichkeiten („Arbeiten am denkmalgeschützten Gebäude“) und Angebote für Jugendliche, die ihren Berufswunsch noch nicht definiert haben. Ebenfalls einbezogen werden geflüchtete Menschen, die ja vermutlich auch 2030 noch auf dem Gelände untergebracht sind. Sie könnten die handwerklichen Erfahrungen aus ihren Herkunftsländern einbringen oder durch Ausbildungsangebote unterstützt werden.
Schließlich kommen auch die Anwohnenden auf ihre Kosten: von dem Handwerkerangebot mit kurzen Wegen profitiert die gesamte Umgebung. Ergänzt wird das durch umfangreiche Angebote mit offenen
Reparaturwerkstätten, Recycling- und Urban Mining Workshops – eine Fundgrube für eigene Aktivitäten
jenseits der Wegwerfmentalität.
Erste, positive Gespräche mit potenziellen Partnern haben bereits stattgefunden – weitere sind in Planung.
Wir freuen uns auch auf weitere Interessent:innen!